Alternative Energien: Kann die Energiewende in Zeiten der Wutbürger funktionieren?

5 August 2012 Keine Kommentare

Die Energiewende ist in Deutschland beschlossene Sache und könnte doch am Widerstand der Bürger scheitern.

Windkrafträder im Norden der Republik

Deutschland verfügt unter Anderem an der Nordseeküste und auf dem offenen Meer über Gegenden, die sehr windig sind. Hier kann über Windräder eine große Menge an Energie gewonnen werden, die in elektrischen Strom umgewandelt werden kann. Die Problematik der Windkraft ist einfach zu beschreiben: Im Norden der Republik wird der Strom erzeugt, der wiederum im Süden benötigt wird.

Der stark industrialisierte Süden Deutschlands verbraucht den meisten Strom, ist indes von seiner Topografie her eher ungeeignet, um große Windparks zu errichten. Die Folge wird ein Netz von Hochspannungsleitungen sein, das quer durch Deutschland verlegt werden müsste. Hier regen sich bereits zahlreiche Bürgerinitiativen, die weder Windräder noch Stromleitungen in ihrer Nähe dulden möchten. Es ist kurios, dass die Mitglieder dieser Initiativen meist auch der örtlichen Anti-Atom-Bewegung angehört haben, ehe diese unnötig wurde.

Photovoltaik-Anlage zur Stromgewinnung

Solarstrom wird aus der Sonne gewonnen. Das Problem ist hier, dass diese Form der Energiegewinnung stark wetterabhängig ist, denn in Deutschland scheint die Sonne nicht ununterbochen. Daher sind Pumpspeicherkraftwerke notwendig, die allerdings meist nur in Naturschutzgebieten realisierbar wäre, was wiederum Umweltschützer und touristische Lobbyverbände auf den Plan ruft.

Die Regierung fördert diese Form der Energiegewinnung stark, was bereits zu Diskussionen darüber führt, ob hier nicht Hausbesitzer gefördert und Mieter benachteiligt werden. Zudem hat der neue Wirtschaftsriese China sich aggressiv dieser Technologie bemächtigt.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat indes am 26. Juli 2012 in einer Pressemitteilung die Halbjahreszahlen für Erneuerbare Energien 2012 veröffentlicht. Erstmals konnten die Regenerativen Energien die 25%-Hürde überschreiten und lieferten im ersten Halbjahr 2012 ein Viertel des Strombedarfs in Deutschland. Damit wurde dieser Wert im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um mehr als 4% erhöht.
Die Windenergie bleibt mit 9,2% die bedeutendste Erneuerbare Energie, gefolgt von der Biomasse (5,7%) und der Photovoltaik (5,3%). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Photovoltaik ihren Beitrag um fast 50% im Vergleich zu 2011 steigern konnte. Die Wasserkraft trägt mit 4,0% zur Stromerzeugung bei.

Auch in BHKW können regenerative Energiequellen zur Strom- und Wärmebereitstellung genutzt werden. Neben fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Heizöl, kommen immer häufiger nachwachsende Rohstoffe (Biogas, Biodiesel, Pflanzenöl usw.) in einem BHKW zum Einsatz.

Unter alternativen oder regenerativen Energien versteht man in Deutschland vor allem Windkraft sowie Solarenergie. Die Energiewende ist eine Mammutaufgabe, die Deutschland einen ungeheuren Wettbewerbsvorteil erbringen kann, falls sie gelingt. Dies hängt indes von jedem Einzelnen ab, denn sie wird zu Einschnitten in unser aller Leben führen.

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