Wann lohnt sich ein Blockheizkraftwerk wirklich? Wir erklären die wichtigsten Einflussfaktoren, Einnahmequellen und wie Sie Ihren individuellen Fall einschätzen können.
Die Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerks hängt von mehreren Faktoren ab, die sich gegenseitig beeinflussen. Eine pauschale Aussage ist daher schwierig, doch folgende Parameter sind entscheidend:
Je mehr Stunden pro Jahr das BHKW läuft, desto mehr Strom und Wärme wird erzeugt und desto schneller amortisiert sich die Investition. Als Richtwert gilt eine Mindestlaufzeit von 4.000 Volllaststunden im Jahr.
Selbst erzeugter und direkt verbrauchter Strom ist wirtschaftlich wertvoller als eingespeister Strom, weil er den teuren Netzbezug ersetzt. Eine hohe Eigenverbrauchsquote verbessert die Rentabilität deutlich.
Das Verhältnis von Gaspreis zu Strompreis ist der zentrale wirtschaftliche Hebel. Je günstiger Gas und je teurer der Netzbezugsstrom, desto besser die Wirtschaftlichkeit eines BHKW.
KWK-Zuschlag, BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite können die Amortisationszeit erheblich verkürzen. Aktuelle Fördersätze sollten immer in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einbezogen werden.
Ein BHKW ist kein Gerät, das nur gelegentlich läuft. Es ist darauf ausgelegt, im Grundlastbetrieb zu laufen, also möglichst viele Stunden pro Jahr. Als Faustregel gilt:
Die notwendige Laufzeit ergibt sich primär aus dem Wärmebedarf des Gebäudes. Das BHKW sollte im sogenannten wärmegeführten Betrieb laufen: Es produziert so viel Wärme, wie das Gebäude braucht, und der Strom fällt als Koppelprodukt an.
Der Kraft-Wärme-Kopplungs-Zuschlag wird auf Basis des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) gewährt. Er wird pro Kilowattstunde erzeugtem Strom ausgezahlt, unabhängig davon, ob dieser selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Die Höhe richtet sich nach der installierten Leistung der Anlage und wird für einen definierten Zeitraum nach Inbetriebnahme gewährt. Für aktuelle Fördersätze empfiehlt sich ein Blick auf die Seite des BHKW-Förderratgebers.
Wer BHKW-Strom ins öffentliche Netz einspeist, erhält eine Vergütung, die sich aus dem Marktwert für Strom zuzüglich des KWK-Zuschlags zusammensetzt. Die genaue Höhe variiert je nach Börsenstrompreis. Die Einspeisung ist zwar wirtschaftlich weniger attraktiv als Eigenverbrauch, aber immer noch eine relevante Einnahmequelle, besonders wenn der Eigenverbrauch begrenzt ist.
Jede Kilowattstunde Strom, die das BHKW selbst erzeugt und im Gebäude verbraucht wird, spart den aktuellen Netzbezugspreis. Da dieser in der Regel deutlich über dem Einspeisevergütungspreis liegt, ist ein hoher Eigenverbrauch das wichtigste Ziel der Betriebsoptimierung. Intelligente Steuerungen und Wärmespeicher helfen, Eigenverbrauch und Laufzeit zu maximieren.
Nano-BHKWs mit ca. 1 kW elektrischer Leistung sind möglich, aber wirtschaftlich anspruchsvoll. Voraussetzung: hoher Wärmebedarf, lange Laufzeiten und möglichst geringer Netzbezugspreis. Kombination mit PV und Speicher kann helfen.
Micro-BHKWs (2 bis 15 kW elektrisch) eignen sich gut für Mehrfamilienhäuser mit zentraler Wärmeversorgung. Höhere Wärmeabnehmer verbessern Laufzeit und Wirtschaftlichkeit erheblich.
Ab ca. 10 kW elektrischer Leistung ist die Wirtschaftlichkeit oft sehr gut, da gewerbliche Objekte hohe und konstante Strom- und Wärmebedarfe haben. Laufzeiten von 6.000 bis 8.000 Stunden sind realistisch.
Eine BHKW-Anlage erfordert eine erhebliche Anfangsinvestition. Neben staatlichen Förderprogrammen von KfW und BAFA kann eine individuelle Finanzierungslösung sinnvoll sein. Aktuelle Kreditangebote und Konditionen für Energieprojekte finden Sie auf kreditvergleich-24.de, wo sich verschiedene Finanzierungsoptionen übersichtlich vergleichen lassen.
Auch wenn ein BHKW den Netzbezug deutlich reduziert, bleibt in den meisten Fällen ein Restbedarf an Netzstrom, zum Beispiel in Zeiten geringer Wärmeanforderung im Sommer. Es lohnt sich, den verbleibenden Strombedarf mit einem günstigen Tarif abzudecken. Aktuelle Stromangebote und Preisvergleiche bietet stromvergleich-24.de.
Eine strukturierte Vorgehensweise hilft, den individuellen Fall realistisch einzuschätzen:
Analysieren Sie den jährlichen Wärmebedarf Ihres Gebäudes. Grundlage sind Heizkostenabrechnungen und ggf. eine Energieberatung. Als Orientierung: Ein BHKW sollte mindestens 4.000 Volllaststunden pro Jahr erzielen.
Ermitteln Sie alle Investitionskosten: Anlage, Montage, Wärmespeicher, eventuelle Umbaumaßnahmen und Netzanschlusskosten. Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein.
Berechnen Sie auf Basis von Betriebsstunden, Eigenverbrauchsquote und aktuellen Vergütungssätzen die zu erwartenden Einnahmen und Einsparungen.
Kalkulieren Sie laufende Kosten: Erdgas, Wartungsverträge, Versicherung und eventuelle Reparaturen. Erfahrungswerte liegen bei 1 bis 2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom.
Prüfen Sie verfügbare Förderprogramme von BAFA, KfW und Ihrem Bundesland. Diese können die effektiven Investitionskosten erheblich reduzieren und die Amortisationszeit verkürzen.
Ob ein BHKW wirtschaftlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Wärmebedarf, Betriebsstunden, Gaspreis, Eigenverbrauchsquote und verfügbare Förderungen. Eine detaillierte Berechnung ist vor jeder Investitionsentscheidung empfehlenswert. Pauschalantworten sind hier nicht möglich.
Als Faustregel gilt: Ein BHKW sollte mindestens 4.000 Volllaststunden pro Jahr erzielen, um wirtschaftlich zu laufen. Bei weniger als 3.500 Stunden wird die Amortisation deutlich länger. Wärmespeicher helfen, die Laufzeit zu erhöhen.
Der KWK-Zuschlag ist eine staatliche Vergütung für Strom, der in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt wird. Er wird pro Kilowattstunde erzeugtem Strom gewährt und gilt sowohl für eigenverbrauchten als auch für eingespeisten Strom, für eine gesetzlich festgelegte Dauer nach Inbetriebnahme der Anlage.
Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem Marktwert für Strom und dem KWK-Zuschlag. Die genaue Höhe variiert je nach Anlagenleistung und aktuellen Marktpreisen. Eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Basis aktueller Daten ist empfehlenswert.
Zu den laufenden Kosten gehören Brennstoffkosten (Erdgas oder Biomethan), Wartungskosten, Versicherung sowie eventuelle Kosten für Emissionsmessungen. Erfahrungswerte für die Wartungskosten liegen bei etwa 1 bis 2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom.
Die Amortisationszeit variiert je nach Anlagengröße, Betriebsstunden und Fördersituation. Typisch sind Zeiträume zwischen 8 und 15 Jahren. Förderprogramme von BAFA und KfW sowie hohe Eigenverbrauchsquoten können die Amortisation deutlich verkürzen.